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Einsatzbericht: Ammoniakunfall Pearl, Auggen
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Pressebericht Badische Zeitung:
Auggen (mps). Eine Havarie mit dem chemischen
Stoff Ammoniak forderte gestern im Auggener Computermarkt Pearl 84
verletzte Personen, acht von ihnen mussten in Krankenhäusern zwischen
Freiburg und Lörrach eingeliefert werden. Die Einsatzkräfte des
Gefahrgutzuges Müllheim und der Feuerwehren Auggen, Britzingen und
Hügelheim dämmten die Gefahr ein. Messungen ergaben im weiteren Umfeld
des Marktgebäudes keine gefährliche Konzentration des Gases.
Bei Wartungsarbeiten an der Klimaanlage des Fachmarktes trat aus bisher
noch nicht geklärter Ursache etwa zehn Kilogramm des unter Druck
flüssigen Ammoniaks, das sich nach Austritt umgehend in ein giftiges Gas
umwandelte. Die Techniker konnten noch den Maschinenraum verlassen,
alarmierten die Mitarbeiter und die Feuerwehr. Geistesgegenwärtig
schlossen sie hinter sich alle Türen. Das Gas, das mit Luft zu einem
ätzenden, explosionsfähigen Gemisch wird, breitete sich in dem Raum und
im benachbarten Lagerbereich schnell mit hoher Konzentration aus. Die
flüchtenden Menschen sammelten sich auf der anderen Seite der
Bundesstraße 3 und wurden von Einsatzkräften des Deutschen Roten Kreuzes
zum Gemeindehaus im Oberdorf geleitet, wo vier Notärzte – einer vom
Freiburger Rettungshubschrauber der Deutschen Rettungsflugwacht – und
etwa 40 Helfer des Rettungsdienstes, der Schnelleinsatzgruppe und den
Ortsbereitschaften aus dem DRK-Kreisverbandsgebiet betreut und
medizinisch versorgt wurden. Bis zum Abend waren 84 Personen, die
meisten davon Mitarbeiter und eine Postzustellerin, medizinisch betreut
worden. 21 Menschen erlitten stärkere Vergiftungen, 63 wurden durch die
Gasinhalation leicht verletzt. Acht Personen wurden in Kliniken
eingeliefert.
Während dessen warnte die Polizei die Anwohner, vorsichtshalber Fenster
und Türen geschlossen zu halten. Sämtliche Zufahrten zum Gewerbegebiet
wurden von Polizeikräften und der Feuerwehr abgeriegelt. Am Gebäude
selbst herrschte rege Betriebsamkeit bei den Feuerwehrleuten. Nach der
ersten Erkundung der Lage entschlossen sich die Wehrkräfte rund um das
geöffnete Fenster, hinter dem die Austrittsstelle lag, eine Wasserwand
zu errichten, um das Gas niederzuschlagen und an der Ausbreitung im
Freien zu hindern. Mit Erfolg, wie die Messungen der Feldberger
Feuerwehr, die als ausgebildete Messgruppe den Gefahrgutzug aus Müllheim
ergänzt, ergaben. Da der Wind zu drehen drohte und ein benachbartes
Autohaus gefährdet war, wurde der Betrieb evakuiert. Mehrere Pferde, die
in unmittelbarer Nachbarschaft untergebracht waren, wurden ebenfalls aus
dem Gefahrenbereich gebracht. Um die hohe Konzentration des Gases im
Gebäudeinnern zu bekämpfen, wurde es mit mehreren Hochdrucklüftern aus
den betroffenen Lagerräumen und dem Maschinenraum herausgepresst. Die
ständigen Messungen zeigten, dass dieses Vorgehen zum Erfolg führte. Vor
Ort beobachteten Bürgermeister Fritz Deutschmann und Kreisbrandmeister
Hansjörg Hagenbach den Einsatz und waren mit der Leistung der Wehren
sehr zufrieden. "Die Zusammenarbeit klappt ausgezeichnet", stellte der
Bürgermeister angesichts der rund 100 Einsatzkräfte aller Organisationen
wie Feuerwehr, DRK und Polizei fest. Die Ursache der Havarie wird nun
von der Polizei und der Gewerbeaufsicht untersucht. Die Arbeiten der
Feuerwehren dauerten noch bis in die Abendstunden. Nach und nach wurden
die Absperrungen reduziert oder ganz aufgehoben.
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